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Clos & Crus
Avize Grand Cru 1995, Jacquesson Ay Grand Cru, Vauzelle Terme 1996, Jacquesson Blanc de Noirs Vignes à la française 1997 Bollinger Bollinger, Vielles Vignes Françaises, Blanc de Noirs 1997 Clos Cazals 1997, Cazals Clos des Goisses 1991, Philipponnat Clos des Goisses von Philipponnat Clos du Mesnil 1990 Krug Clos du Mesnil von Krug Clos du Moulin von Cattier Clos du Moulin, Cattier Clos Saint-Hilaire 1995, Billecart-Salmon Kellermeister Mathieu Kauffmann Le Clos des Champions Le Clos des Champions, Premier Cru, Leclerc Briant Les Champs de Romont, Sillery Grand Cru, Moët & Chandon Les Chèvres Pierreuses Les Crayères, Premier Cru, Leclerc Briant Les Sarments d'Ay, Ay Grand Cru, Moët & Chandon Pascal Leclerc Verkostungsnotizen der besten Clos und Crus Revolutionäre Entwicklung oder Marketing-Gag? Wie so oft dürfte die Wahrheit irgendwo dazwischen liegen. In den letzten zwei bis drei Jahren tauchen immer mehr Champagner aus Einzellagen auf dem Markt auf. Noch handelt es sich um Ausnahmefälle, meist sehr rar und damit teuer, sodass die breite Oeffentlichkeit kaum davon Notiz nimmt. Dennoch ist das Thema hoch spannend und pikant, schließlich sprengen diese "Monocrus" und "Monocépages" die gängige Champagnerphilosophie der Assemblage verschiedener Lagen, Sorten und Jahrgänge. Skeptiker argumentieren, es handele sich allenfal1s um eine kurzzeitige Modeerscheinung, eine neue Marketingidee, auf die nun ein Produzent nach dem anderen aufspringe. Abgesehen davon gebe es Champagner aus Einzellagen schon seit Jahrzehnten: Clos du Mesnil von Krug, Clos des Goisses von Philipponnat und Clos du Moulin von Cattier sind schließlich längst Klassiker der an Legenden reichenden Champagnerwelt. Zudem komme es bei Winzerchampagnern nicht selten vor, dass ein Champagner nur von einem Cru, einer Ortslage, stammt. Dem ist nicht zu widersprechen und doch ist die jüngste Entwicklung mehr als bemerkenswert. Denn es geht nicht allein darum, einen Champagner aus einer bestimmten Parzelle anzubieten, die sich zudem mit der Bezeichnung Clos schmücken und adeln darf, wenn sie rundherum von einer Mauer umschlossen ist. Interessant und wirklich bedeutend wird die Geschichte erst dann, wenn niedrigere Erträge und intensive Pflege von Boden und Reben entscheidend dazu beitragen, den besonderen Charakter des Terroirs dieser Lage oder Parzelle in die Flasche zu bringen. Welches ungeheure Potenzial in den letzten Jahren in der Champagne geweckt wurde, wird demjenigen schlagartig bewusst, der die Grundweine aus den besten Lagen von Jacquesson gekostet hat. Der Pinot Noir Les Terres Rouges hat nicht nur die Farbe eines Rosés aus der Provence. Mit seiner intensiven Kirschfrucht, ausgeprägten Mineralität und Saftigkeit würde er sich als animierender Sommerwein empfehlen, wenn er nicht zum Champagner weiter veredelt würde. Ähnliches gilt für den weinigen Pinot Meunier Le Clos mit Erdbeer- und Hagebutten-Frucht. Der trotz deutlicher Holz-Note elegante, mineralische Chardonnay Champ Braux aus Oiry kann es mit einem Burgunder von den Cotes de Beaune aufnehmen, wohingegen der Champ Cain aus Avize mit Zitrus- und Kreidenoten wesentlich unverblümter seine Herkunft verrät. Wohlgemerkt: Die Rede ist von Grundweinen aus der Champagne. Das sind normalerweise saure, relativ neutrale Weine, die erst durch die zweite Gährung den typischen, fazinierenden Champagner-Charakter entwickeln. Sicherlich war 2003 mit seinen Hitzerekorden auch in der Champagne ein Ausnahmejahr, dessen Sonderstellung sich auch in den hohen Alkoholwerten und extrem niedrigen Säurewerten der Grundweine niederschlägt. Eine solche Konzentration werden die Grundweine nicht jedes Jahr erreichen. Doch in den Weinen von Jacquesson kommt weit mehr als nur die Besonderheit des Jahrgangs zum Ausdruck. Hier spricht tatsächlich das Terroir, die Kombination aus Boden und Mikroklima, in Verbindung mit niedrigen Erträgen, teilweise sehr alten Rebstöcken und schonender Arbeit im Weinberg. "Wir haben unsere Arbeitsweise in den letzten 15 Jahren komplett verändert. Wir setzen den Schwerpunkt heute eindeutig in den Weinbergen. Leider sind die Erträge in der Champagne generell zu hoch, da pro Kilo bezahlt wird und die Fläche sehr begrenzt ist", berichtet Jean-Hervé Chiquet, der gemeinsam mit seinem Bruder das familieneigene Champagnerhaus Jacquesson leitet. Een Ertrag von mehr als 10.000 Kilo kommt für ihn nicht in Frage, in den besten Lagen sinkt die Menge auf 8.OOO Kilo pro Hecktar. "Wir arbeiten mit Begrünung und setzen verschiedene Kräuter ein, je nachdem, was der Boden und die Pflanze brauchen. Außerdem entlauben wir zwei mal pro Jahr, damit die Trauben gut belüftet sind." | |
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Die mehr als 30 Jahre alte Pinot-Meunier-Parzelle auf dem Firmensitz in Dizy ist das beste Beispiel. Sie wird intern nur "Le Clos" genannt, da sie von den Grundstücksmauern eingeschlossen wird. Der Boden ist locker, zwischen den Rebstöcken haben sieh sogar Walderdbeeren breit gemacht. "Pinot Meuniers von wirklichen großen Terroirs sind leider selten", bedauert Chiquet, der 2006 seinen Pinot Meunier "I.e Clos" aufden Markt bringen wird.
So wie sich dieser Champagner derzeit präsentiert, wird er alles bisher von dieser Sorte bekannte in den Schatten stellen. Eine positive Auswirkung der intensivierten Weinbergspflege spürt Chiquet bereits: "Wir brauchen immer weniger Dosage, weil die' Champagner von Haus aus viel mehr Substanz mitbringcn." Der Standard-Brut Cuvée 728 ist de facto extra brut, ohne dass dies auf dem Etikett angegeben ist. Auch sämtliche Lagenchampagner, die in den nächsten zwei Jahren nach und nach auf den Markt kommen werden, sind Extra Brut, was bedeutet, dass die Dosage weniger als 6 grl beträgt. Ähnliches gilt für den Clos des Goisses von Philipponnat. Der aktuell im Verkauf befindliche 1991er ist ebenfalls unter 6 gr dosiert. Er wird bald durch den Jahrgang 1992 abgelöst. ´Wir haben eine solche Konzentration und alkoholische Reife, dass wir in den meisten Jahren nicht viel Dosage benötigen´, erklärt Charles Philipponnat. Der Clos des Goisses am Ortsausgang von Mareuil-sur-Ay ist in jeder Hinsicht einzigartig. Er ist zu zwei Dritteln mit Pinot Noir und einem Drittel Chardonnay bepflanzt und umfasst 5,5 ha., die sich aktuell in 14 Parzellen unterteilen. Daraus werden sechs bis sieben Weine erzeugt, die dann zum Clos des Goisses zusammen gefügt werden. "Das gibt uns die Möglichkeit zu selektieren, wir können quasi eine Cuvée machen, wie bei einem Jahrgangschampagner", erläuterde Philipponnat. Die Menge ist extrem variabel. Sie schwankt zwischen 45.000 Flaschen im Super-Jahr 1990 und weniger als 10.OOO Flaschen in schwierigeren Jahren. "1990 bildet wirklich eine Ausnahme. Das Jahr war so gut, dass wir, was so gut wie nie vorkommt, alle ParzeIlen verwendet haben", erklärt Philipponnat. Auf der anderen Seite muss schon viel zusammenkommen, dass in einem Jahr gar kein Clos des Goisses auf den Markt kommt. Selbst 1994 gab es noch 3.000 Flaschen, 1987, 84 und 72 konnte jedoch auch diese herausragende Lage nichts mehr retten. Vom ersten Clos des Goisses im Jahr 1935, der damals noch Vin des Goisses hieß, wurden exakt 11.827 Flaschen sowie einige Magnums und halbe Flaschen hergestellt. "Wir vertreten die Logik der Bourgogne. Natürlich gibt es Jahrgangsschwankungen, doch es zeigt sich, dass gerade die mittleren Jahrgänge oft sehr gute und lagerfähige Clos des Goisses ergeben." Als hätte es noch eines Beweises bedurft, präsentiert er die Jahrgänge 1980 und 1982: beide in Top-Form, harmonisch und mineralisch, ansonsten jedoch vollkommen verschieden. "Einen Clos des Goisses kaufen echte Weinliebhaber, die zu Hause die Jahrgänge sammeln, nicht die Leute, die eine schicke Prestige-Cuvée mit berühmten Namen suchen." Das Terroir ist wahrlich einzigartig: Nur durch die Uferböschung, die Straße und eine etwa zwei Meter hohe Mauer van der Marne getrennt, erhebt sich der nach Süden ausgerichtete Weinberg aus dem Flusstal. Scheint die Sonne, spürt man ihre Kraft auf dem Rücken, wenn man die steilen Steintreppen hinaufsteigt. Kein Wunder, dass die Grundweine hier durchschnittlich 12 vol % alc ereichen. "Dadurch landen wir mit unserem Clos Goisses normalerweise knapp über 13%, weshalb wir regelmäßig eine Ausnahmegenehmigung van ONIVINS benötigen, berichtet Philipponnat mit einem Augenzwinkern. Die Alkoholobergrenze für Champagner liegt bei 13 vol%, was normalerweise Problem darstellt, da die Grundweine 10 vol% überschreiten. Ausgebaut werden die Weine teilweise in Holzfässern. "Da wir die malolaktische Gärung unter allen Umständen vermeiden wollen, müssen wir heim Holzeinsatz vorsichtig sein. Außerdem möchten wir keinen Holzgeschmack und auch keine Oxidationsnoten, sondern nur etwas mehr Schmelz", betont Philipponnat. In gebrauchten Barriquefässern nicht nur ausgebaut, sondern auch vergoren wird der brümteste aller Clos, der Clos du Mesnil von Krug. Doch die Philosophie von Krug unterscheidet sich grundsätzlich von der Philipponnats. Den Clos du Mesnil gibt es nur in Ausnahmejahren. Im Frühjahr 2003 kam der 1990er auf den Markt. Gut 16.000 Flaschen wurden davon produziert, eine homöopathische Menge, verglichen mit der Bekanntheit dieses in den Augen vieler besten aller Champagner. Gegen solche Aussagen wehrt sich Rémy Krug vehement: Der Clos du Mesnil oder auch der Jahrgangschampagner von Krug seien nicht besser als die Grande Cuvée, sie seien nur spezieller, eher eine Spielerei. Eine Spielerei allerdings mit einem unvergleichlichen und legenderen Ruf, die eine Faszination ausstrahlt wie kein zweiter Champagner. Rar, teuer und exellent: So etwas ähnliches dürften auch die Brüder François und Atoine Roland-Billecart mit ihrem Clos Saint Hilaire im Sinn haben, denn es gibt in der Tat eine Reihe von Parallelen zum berühmten Vorbild: Beide Champagner werden direkt Ort vinifiziert, was im Fall von Billecart nahe liegt, da die Kellerei direkt an den Weinberg grenzt und beide werden im Holzfass vergoren und ausgebaut. Trotzdem handelt es sich nicht um eine Kopie, denn der 40 Jahre alte und rund ein Hektar große Weinberg von Billecart-Salmon ist mit Pinot Noir statt mit Chardonnay bepflanzt. Der frühere Obstgarten der familie diente bis vor einigen Jahren der Rotweinproduktion für die Rosés van Billecart-Salmono "Diese Lage ist so besonders, dass wir uns entschlossen haben, sie separat zum Champagner auszubauen, erklärten Antoine Roland Billecart und sein "Chef de Culture", Denis Blée, erklärt: " Wir haben hier einen bis anderthalb Meter relativ reichhaltige Erde, eine Mischung aus Ton, Lehm und Sand, und darunter mürbe, sehr gut drainierte Kreide". Sechs bis acht Trauben pro Stock ergeben einen Enrag von 8.500 bis 9.000 kg, das entspricht rund 50 hl/ha. "Noch weniger Enrag würde nicht mehr den typischen Champagnerstil hervorbringen", erklärt Blée. Daraus ergeben sich 3.500 bis 7.500 Flaschen, je nach Qualität des Jahrgangs, denn nur die besten Barriques werden zum Clos Saint-Hilaire assembliert. Den Anfang machte der Jahrgang 1995, der sich derzeit im Verkauf befindet, 1996 und 1998 werden folgen. Wie Jacquesson verwendet auch Billecart-Salmon für diese Spezialität die traditionelle Holzpresse. Auch die Arbeitsweise im Weinberg ähnelt der von Jacquesson: Begrünung der Rebzeilen, Einsatz von organischem Dünger, die Erziehungsform "Cordon permanente" und das Ausbrechen von jedem zweiten Trieb helfen den Trauben, soviel Extrakt anzusammeln. Das zeichnet diese großen Champagner beider Häuser aus. "Darum haben wir heim Clos Saint-Hilaire auf eine Dosage gänzlich verzichtet, die hätte seiner Klasse geschadet." Das ist typisch für fast alle Champagner von Einzellagen: Die Dosage ist meist äußerst gering, die meisten können als Extra Brut bezeichnet werden, wobei nicht alle Häuser davon gebrauch machen. Auch Delphine Cazals wählte 1995 als Premierenjahrgang ihres Clos Cazals. Dieser Blanc de Blancs aus Oger stieß auf ungemein posirives Echo und ist inzwischen ausverkauft. Viele freuten sich bereits auf den 1996er und waren überrascht, erst einmal den Clos Cazals 1997 vorgesetzt zu bekommen. "Ich möchte den Clos Cazals 1996 ersr bringen, wenn er voIl entwickelt ist", begründet die junge Firmenchefin ihre Entscheidung, den "kleneren" Jahrgang 1997 vorzuziehen. Mit 3.7 ha ist ihr Clos nach dem Clos des Goisses der zweitgrößte. Dennoch soll es pro Jahr nicht mehr als 2.500 Flaschen geben. "Ich verwende nur die besten Trauben aus den ältesten Parzellen, die in den 50er Jahren von meinem Großvater Olivier Cazals gepflanzt wurden. Den Rest nehme ich für meine übrigen Cuvées", erklärte Cazals. Durch diese Selektion kann sie wie Philipponnat auch in kleineren Jahren einen Clos Cazals erzeugen. Ausgebaut werden die Weine derzeit in Stahltanks. Doch diesbezüglich könnre sich bald etwas ändern. Denn Delphine Cazals, die sehr viel Wert auf Familientradition legt, hat sich einige Holzfässer zugelegt. Ihr Großvater Ernest Cazals war schließlich Fassbinder, ehe sich die Cazals voll auf den Weinbau konzenrrierten. Weinbau wie vor 100 Jahren: Die Vielles Vignes hinter dem Bollinger-Anwesen Der dritte klassische Clos der Champagne steht ein wenig im Schatten der berühmten Clos des Goisses und Clos du Mesnil. Die Rede ist vom Clos du Moulin von Cattier in Chigny-les-Roses an der Montagne de Reims. Chigny-les-Roses ist eben nicht Ay oder Le Mesnil-sur Oger und auch der Name Carrier ist weniger bekannt als Philipponnat oder gar Krug. Dabei kann die Familie Cattier auf eine große Weinbautradition verweisen. Seit mitte des 18. Jahrhunderts betreiben die Cattiers Weinbau in Chigny-les-Roses, seit Ende des ersten Weltkrieges produzieren sie ihren eigenen Champagner. Der Clos du Moulin befindet sich seit 1951 im Besitz der Familie. Er liegt im Nachbarort Ludes und umfasst 2,2 ha Rebfläche, die je zur Hälfte mit Chardonnay und Pinot Noir bepflanzt sind. Produziert wird dieser Champagner fast nach klassischem Rezept, nur dass die assemblierten Chardonnay- und Pinot Noir- Weine verschiedener Jahrgänge alle von der gleichen Parzelle stammen. Aktuell ist eine Cuvée aus den Jahrgängen 1993, 95 und 96 im Handel. Aus schwächeren Jahren wie 1994 oder 97 werden keine Trauben für den CIos du Moulin verwendet. A uf die Assemblage verschiedener Jahrgänge will auch Moët & Chandon bei seiner Trilogie des Grands Crus nicht verzichten. Nach dem Motto "drei großartige Weinberge, drei große Weine" hat Moët & Chandon drei Champagner von ausgewählten Parzellen in drei verschiedenen Grands Crus vorgestellt. Alle drei hat Jean-Rémy Moët, der Enkel des Gründers Claude Moët, zwischen 1798 und 1807 erworben. Les Vignes de Saran in Chouilly befinden sich unweit des berühmten Chàteau Saran. Der frühere Familiensitz dient heute als Gästehaus van Moët & Chandon. Les Champs de Romont in Sillery und Les Sarments d'Ay kompletteren das Trio. Alle drei gehören zum Herzstück des jeweiligen Crus. Die Parzelle in Ay grenzt interessanter Weise, unmittelbar an Vauzelle Terme von Jacquesson. Dieser Champagner kommt mit dem Jahrgang 1995 erstmals als Einzellage auf den Markt. Die Idee der Trilogie von Moët & Chandon gewinnt zusätzlich an Reiz dadurch, dass jeder dieser drei Lagen mit einer anderen Rebsorte bepflanzt ist. Nun sind große Champagner aus Pinot Noir und Chardannay nicht außergewöhnlich, wohl aber ein sortenreiner Pino Meunier, zudem noch von einer Spitzenparzelle eines Grands Crus. Die Frostanfälligkeit der Lagen in Sillery ist der Gmnd dafür, das hier der etwas weniger empfindliche, da später austreibende Pinot Meunier, zum Einsatz kommt. Das Ergebnis ist ein Champagner mit dem typischen Charme und der intensiven Beerenfrucht des Pinot Meunier, jedoch zusätzlich mit einer gewissen Komplexität, die man sonst beim Pinot Meunier oft vergebens sucht. Ein Trio von Einzellagen ohne Jahrgang bietet auch das kleine Champagnerhaus Leclerc Briant in Epernay an. Alle drei Lagen befinden sich in Cumières am nördlichcn Ufer der Marne. Les Crayères, Le Clos des Champions und Les Chèvres Pierreuses heißen die drei Champagner, die drei Jahre auf der Hefe liegen, ehe sie in den Verkauf kommen. ´Wir vinifizieren die Parzellen schon seit vielen Jahren separat. Sie haben immer schon die ausducksvollsten Wein gebracht. Dann haben wir 1990 entschieden sie als Einzellagen auf den Markt zu bringen´ blickt Firmenchef Pascal Leclerc zurück. Les Crayères setzt sich aus 90% Pinot Noir und 10% Pinot Meunier zusammen, die beiden anderen bestehen etwa aus zwei Dritteln Pino Noir und einem Drittel Chardonnay. Spannend wird sein, zu beabachten, wie sich die ohnehin schon sehr guten Champagner in den nächsten Jahren verändern, denn seit der Ernte 2003 werden diese Weinberge offiziell biodynamisch bewirtschaftet. "Wir haben festgestellt, dass sich die Biodynamie auf die Gradation und Qualität, vor allem aber auf die Säure sehr positiv auswirkt", erklärt Leclerc. Jm Jahr 2000 wurde mit der Umstellung begonnen, die in diesem Jahr mit den letzten zehn Hektar abgeschlossen wurde. Vollkommen aus der Reihe fallen die Vignes à la française von Bollinger. Es handelt sich um zwei kleine, ummauerte Parzellen, eine links und eine rechts der Straße, direkt hinter und vor dem Sitz van Bollinger in Ay, sowie eine dritte in Bouzy. Die drei kommen zusammen gerade einmal auf 70 Ar. Das spektakuläre daran sind die Reben. Es handelt sich um Pinot-Noir-Stöcke, die auf wundersame Weise die Reblauskatastrophe überlebt haben. Sie sind folglich nicht aufgepfropft und werden quasi jedes Jahr neu gezogen, indem nach der Ernte eine Rute abgeschnitten und so in die Erde gesteckt wird, dass drei Augen herausschauen. Sie sind folglich auch nicht auf Drahtrahmen gezogen, sondern bekommen Halt durch einen Pfahl, der neben der Pflanze in den Boden getrieben wurde. Ein vollkommen ungewohnter Anblick: So müssen die Weinberge vor mehr als hundert Jahren in der Champagne ausgesehen haben. Bereits im ersten Jahr trägt diese "neue" Rebe, in der die Gene jener mehr als hundert Jahre alten Stöcke weiterleben, Trauben. "Eigentlich sind die Pflanzen sehr alt, aber andererseits immer jung", bringt es Kellermeister Mathieu Kauffmann auf den Punkt. Aktuell wird der 1997er Blanc de Noirs Vignes à la française verkauft, 1996 und 1992 waren seine Vorgänger. Die Menge dieses Reliktes aus längst vergangenen Zeiten schwankt zwischen 4.000 und 8.000 kg, daraus ergeben sich 2.000 bis 4.000 Liter, da für diesen in jeder Beziehung außergewöhnlichen Champagner selbstverständlich nur die Cuvée, das Herzstück der Pressung, verwendet wird. Die Vignes à la française sind sicherlich eine Spielerei, eine sehr kostspielige nach dazu, die sich preislich mit dem Clas du Mesnil und dem Clas Saint-Hilaire auf Augenhöhe befindet. Dach solche Raritäten bringen Generationen van Champagner-Liebhabern zum Träumen, auch wenn nur die wenigsten in den Genuss kommen, sie zu genießen. S.S. ![]() 99pt Clos du Mesnil 1990 Krug (ca. 350 €) Schwer, noch eine Flasche zu ergattern, doch die Mühe lohnt sich. Himmlischer Stof! 97pt Bollinger, Vielles Vignes Françaises, Blanc de Noirs 1997 (ca. 250 €) In jeder Beziehung außergewöhnlich! Rötlich-goldene Farbe, schäumt stark auf, dann zarte perlage. Duft nach frischen Himbeeren und anderen Früchten, dazu Getreide und Kaffee; legt sich ungemein weich, samtig und schmeichelnd an den Gaumen, hinterlegt mit kräuterwürziger Mineralität, ungewöhnlich milde Säure; Abgang mit intensiver Karamell-Note. Ein Erlebnis 96pt Clos des Goisses 1991, Philipponnat (ca. 79 €) Noch ungestüm im Duft (krautig und erdig, frische Hefe), zeigt nach Lüften seine Vielschichtigkeit Trockenfrüchte, Limette), große Eleganz und Länge 96pt Clos Saint-Hilaire 1995, Billecart-Salmon (ca. 260 €) Besitzt unglaublich viel Spannung: Elegante Frische und Lebendigkeit, rassige Säure, in Verbindung mit vielschichtigem Duft nach Getreide, Sesam, Banane und Röstaromen, immens nachhaltig 95pt Ay Grand Cru, Vauzelle Terme 1996, Jacquesson (45 - 50 €) Ein Baby: Noch sehr verschlossen, am Gaumen unglaublich komplex, frisch und saftig, sehr Pinot-geprägt, ewig lang mit Röstnoten und Karamell im Abgang. Perfekt in 8 bis 10 Jahren 93pt Avize Grand Cru 1995, Jacquesson (ca. 42 - 43 €) Typischer, noch verschlossener Blanc de Blancs, zitrusfruchtig (Limette), erdig (Kreide), entfaltet am Gaumen seine ganze cremige Kraft und Vielschichtigkeit, sehr mineralisch mit Honig- und Röstaromen 90pt Les Sarments d'Ay, Ay Grand Cru, Moët & Chandon (ca. 79 €) Frucht und Kraft vom Pinot Noir, dazu Pampelmuse und weiße Schokolade; am Gaumen cremig und gut strukturiert, sehr weinig 95pt Les Champs de Romont, Sillery Grand Cru, Moët & Chandon (ca. 79 €) Idealer Einstieg in die Welt der Lagenchampagner: Leichter, bezaubernd femininer Pinot Meunier mit viel Frucht (Blutorange, rote Früchte), jedoch nicht ohne Struktur; ideal für den Sommer 89pt Les Crayères, Premier Cru, Leclerc Briant (ca. 25 €) Intensiv würzig (Heu und Stroh), dicht und stoffig mit dezenten Röstnoten und feiner Mineralität 88pt Clos Cazals 1997, Cazals (ca. 42 - 45 €) Stoffiger, fruchtiger Chardonnay, erinnert an Blutorange und Pampelmuse, noch jugendlich und etwas krautig, feine Mineralität, nicht ganz so komplex und harmonisch wie der 1995er (89 P.) 87pt Le Clos des Champions, Premier Cru, Leclerc Briant (ca. 25 €) Zunächst verhalten und erdig, dann intensiv fruchtig (Hagebutte, Kirsche) am Gaumen, sehr saftig 86pt Clos du Moulin, Cattier (ca. 40 €) Ein Fall für Liebhaber: Deutlich gereifter, schwerer Champagner mit kräftigen Unterholz- und Getreidenoten, gesetzt und gediegen | |
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