Syrah (Shiraz)
Aromafülle und Charakter des Weines sind sehr stark durch den Standort bedingt.
Verbreitung: In Frankreich 27041 ha (1988). Als verbessernde Sorte wird die Rebe im Languedoc und Südwestfrankreich seit etwa 20 Jahren empfohlen, weshalb die Anbaufläche zunimmt. In Italien (2000 ha) in der Gegend von Lucca, Pisa, Florenz und Aosta. Griechenland (Mazedonien), Australien (5450 ha 1991), Kalifornien (5600 ha), Argentinien (686 ha 1990), Südafrika (750 ha 1992), Brasilien (100 ha), Neuseeland (15 ha 1994). Die Triebspitze ist stark weißwollig, der Saum rötlich. Die kleinen Blätter der Rebe sind auf der Unterseite starkwollig, leicht rosa.Die mittelgroßen Blätter sind kreisförmig, blasig und fünflappig. Die Seitenbuchten sind mitteltief eingeschnitten und die Zähne spitzbogig. Die Blattunterseite ist mit Woll- und Borstenhaaren besetzt und die Blattränder sind im Herbst rotgefärbt. Die Trauben sind mittelgroß, kompakt, zylindrisch und zum Teil geschultert. Die Beeren sind klein, länglich, blauschwarz und stark beduftet, die Haut ist fein, doch widerstandsfähig, das Fruchtfleisch weich und saftig und hat einen angenehmen Geschmack. Der Austrieb ist spät, die Reife mittelfrüh. Bei Überreife fallen die Beeren ab. Die Wuchskraft ist mittel bis gut, an den Basalaugen wenig fruchtbar. Ein kurzer Rebschnitt (Gobelet) bringt 30 hl/ha bei 11-14% Alkohol, ein langer Rebschnitt 80-150 hl/ha. Die Rebe ist Widerstandsfähig gegen Peronospora, Oidium und Schwarzfleckenkrankheit, jedoch empfindlich gegen Trockenheit, Chlorose, Botrytis, Milben und Traubenwickler und Windbruchgefährdet. Guten Wein liefert sie von Granithängen (Tain 1'Hermitage, Cöte-Rotie) mit Unterlage Couderc 3309. Sehr fruchtbare Böden sollte man meiden. Der Wein von guten Lagen ist tiefrot, tanninreich mit Duft nach Veilchen und Reseda. Daraus entsteht ein Aromagemisch aus Trüffel, Ambra, Lakritz und Tabak. Im Süden Frankreichs unter trockenheißem Klima ist er rauher und herb. Dort dominieren Johannis-, Heidel- und Himbeeraroma. Eine lange Lagerung verstärkt Duft und Geschmack. Nach 25 Jahren Lagerung schmeckt er ähnlich wie ein Bordeaux. Hermitage bringt vollendeten Syrah, in der Jugend mit charakteristischem Bitterton, purpurfarben mit lange anhaltendem, durchdringendem Bukett. Crozes Hermitage ist etwas leichter als Hermitage, Cornas und St. Joseph sind etwas gehaltvoller als Crozes Hermitage. Côte-Rôtie ist dunkelfarben, kräftig, lang anhaltend und sehr komplex. In Châteauneuf-du-Pape auf Kieselsteinterrassen verleiht Syrah dem Wein im Verschnitt mit Garnacha Tinta, Cinsaut und Mourvedre Struktur und Langlebigkeit. Garnacha Tinta verstärkt Körper und Bouquet, Mourvedre Aroma und Tannin. In Australien bei 150 hl/ha und mehr entsteht ein einfacher, dunkler und milder Rotwein mit mäßigem Säure- und Tanningehalt. Im Hunter Valley auf kargen Böden entstehen in weniger heißen Jahren kräftige Rotweine, die durch Lagerung gehaltvoller werden. Berühmt ist der vollmundige Grange Hermitage vom Barossa Valley. Gelungene Verschnitte erhält man mit Cabernet Sauvignon. Im kühleren Klima in Coonawarra wird der Wein bei geringeren Erträgen trocken und pfeffrig, an die Weine des nördlichen Rhônetals erinnernd. Andere Bezeichnungen für diese Rebe sind Shiraz, Balsamina (Argentinien), Bragiola, Neretto di Saluzzo (Italien), Candine, Marzane Noire (Marokko), Hermitage (Australien), Serine (Frankreich) und Sirac (Marokko, Tunesien). ![]() | |||
™De Weinschenker2006 | |||