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sangiovese
Sangiovese
S
angiovese ("Blut des Jupiters"), die große Rotweintraube aus der Toskana, ist wahrscheinlich schon über 2500 Jahre alt. Die edle Traube wird auch Prugnolo ("Das Pfläumchen") genannt. Der Sangiovese hat durch seinen relativ späten Austrieb kaum Probleme mit Frühlingsfrösten und ist auch nicht besonders krankheitsanfällig.
Er ist von aufrechtem Wuchs und nicht übermäßig hartholzig - zwei Eigenschaften, die ihn für die maschinelle Bearbeitung zur idealen Rebsorte machen. Probleme bereitet gelegentlich seine sehr späte Reife.
Denn selten beginnt die Lese vor Ende September, oft sogar erst Mitte Oktober. Bei herbstlichen Schlechtwetterperioden, wie sie in Mittelitalien durchaus vorkommen können, reifen die Trauben dann nicht mehr voll aus und ergeben harten, tanninbetonten Wein mit hoher Säure.
Die Trauben des Sangiovese sind dünnschalig und anfällig für Fäule, was vor allem in kühlen und nassen Jahren Probleme bereiten kann. Voll gelungene Sangiovese-Weine haben ein festes Tanningerüst, sind fruchtig, tiefgründig und elegant. Sie eignen sich gut für den Ausbau in Holzfässern und können vom Verschnitt mit dem Cabernet Sauvignon profitieren.
In Italien sind weit über 100.000 Hektar mit dem Sangiovese bestockt. Der bekannteste Wein ist der Chianti, bei dem heute bis zu zehn Prozent Cabernet Sauvignon zugesetzt werden darf. Der älteste Wein, der mit Cabernet Sauvignon verschnitten werden darf, ist der Carmignano.
Auch der Vino Nobile di Montepulciano wird zunehmend nach diesem Rezept bereitet, wobei der Sangiovese-Klon Prugnolo Gentile heißt. Sortenrein aus Sangiovese erzeugt werden der Morellino di Scansano aus der Maremma, dem südlichen Küstenstreifen der Toskana und der mächtige, wertvolle Brunello di Montalcino.
Die Brunello-Sorten Sangiovese Grosso und Sangiovese Piccolo ergeben Weine von hoher Konzentration im Geschmack und Duft. Obendrein hat der Sangiovese seine Eignung, im internationalen Konzert der roten Spitzensorten mitspielen zu können, in den zahlreichen Super-Toskanern bewiesen. Beim Tignanello wird er mit Cabernet Sauvignon verschnitten, beim Pergole Torte wird er sortenrein ausgebaut.
In der Emilia-Romagna sind ebenfalls große Flächen mit dem Sangiovese bestockt. Er bringt dort in der Regel einen fruchtigen, harmonischen und jung zu trinkenden Rotwein hervor, der ausgezeichnet zur leichten italienischen Sommerküche passt. Riserva-Qualitäten sind gehaltvoller und können mit ihrer tiefgründigen, komplexen Art durchaus das Niveau der hervorragenden toskanischen Sangiovese-Weine erreichen.
Zu den besten zählen der Sangiovese di Aprilia, der Sangiovese di Colli Pesaresi und der Sangiovese di Romagna. In den Marken ist der Sangiovese die Grundlage des Rosso Piceno und Ergänzungssorte im herausragenden Rosso Conero. In Umbrien stellt die Rebsorte den Hauptanteil im Rosso di Montefalco, während der Sagrantino di Montefalco aus der Traubensorte Sagrantino bereitet wird.
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