De Weinschenker

Een wijndagboek met uitvoerlijke, duidelijke beschrijvingen van werkzaamheden in de wijngaarden

3de van 6 deelen: De wijnlagen en onweer met hagel

Deel 1: De eerste Riesling en wijn oogsten
Deel 2: Snijden, buigen en binden
Deel 4: Uitdunnen of de "groene oogst" en planten van Franse Spätburgunder
Deel 5: Nog meer "Groene oogst" en "Buigen en Binden"
Deel 6: Wie ein Wein wird, was er ist

In dieser Art sind viele Weinberge der Kellers verstreut. Die einzige große zusammenhängende Rebfläche in ihrem Besitz ist der Hubacker. Dieser vier Hektar große Weinberg ist seit über 200 jahren in Familienbesitz und wurde unverändert von einer Generation an die nächste weitergegeben. Im Vergleich zu den typischen Weinbergen der Region zeichnet sich der Hubacker durch seinen relativ steilen Südosthang aus. Er bringt die besten Rieslinge der Kellers hervor und ist deshalb für die Familie von besonders großer Bedeutung. Bei den restlichen, verstreut liegenden Weinbergen, die zusammen noch einmal acht Hektar groß sind, brauchte ich hingegen einige Monate,bis ich sie zuverlässig als Kellersche Weinberge identifizieren konnte.

Welche Ursachen gibt es für diese verstreute Lage der Rebflächen? Der Hauptgrund ist im altem Erbrecht zu suchen: Ehemals große, zusammenhängende Weinberge wurden über Generationen weitergegeben und dabei immer wieder unter den Erben aufgeteilt.
Was dazu führte, dass die dabei entstehenden Einheiten immer kleiner wurden und häufig nur noch ein paar Rebzeilen umfassen. Auch die Eheschließung unter Winzern dürfte ein Grund hierfür sein. Liegen doch die Weinberge eines Winzerehepaares natürlicherweise verstreut, wenn sowohl der Mann als auch die Frau Rebflächen mit in die Ehe bringen, - und in Weinbauregionen sind Ehen unter Winzersöhnen und Winzertöchtern nun mal nicht ungewöhnlich.
In Flörsheim-Dalsheim beispielsweise, das aus dem Zusammenschluss zweier Dörfer - Flörsheim im Süden und Dalsheim im Norden - entstanden ist und etwa 3 000 Einwohner hat, gibt es über 50 Weingüter. Wenn man die Nebenerwerbsbetriebe hinzunimmt, sind etwa 100 Familien im Weinbau tätig. Auch im benachbarten Bermersheim und in Westhofen, wo Julias Eltern ihr Weingut haben, sind viele Familien im Weinbau tätig.

Eisklumpen …zur Groesse kleiner Huehnereier
Im Falle der Familie Keller hat es in den acht Generationen, seit J. L.H. 1789 das Weingut gründete, immer nur einen männlichen Erben gegeben. Deshalb sind die vier Hektar Hubacker, die schon J.L. besaß, von Generation zu Generation weitergegeben worden, ohne zerstückelt zu werden. Heute sind sie untrennbar mit dem Namen Keller verbunden. Neben all den anderen kleinen Weinbergen kamen noch die hinzu, die die mittlerweile verstorbene Ehefrau von E, Erika, und die Ehefrau von Klaus Peter, mit in die Ehe brachten.
Einerseits machen die verstreut liegenden Weinberge die Arbeit nicht einfacher - man muss ständig zwischen ihnen hin und herfahren - , andererseits sind sie extrem vorteilhaft. Denn wenn man die Hagelfälle bedenkt, die diese Gegend von Spätfrühling bis Hochsommer punktuell heimsuchen, reduzieren verstreut liegende Weinberge zumindest das Gesamtrisiko von Hagelschäden. Auch beim Neuerwerb von Weinbergen werden häufig verstreut liegende kleine Einheiten gekauft. Dabei spielen nicht nur die Bodenqualität und die klimatischen Bedingungen eine Rolle. Die Winzer haben auch immer ‘den Hagel im Kopf’.
Von dem, was ein solches Unwetter in Rheinhessen bedeutet, konnte ich mir zu Anfang keine Vorstellung machen. Wie mir die H.s erzählten, fallen Eisklumpen ,von einem Zentimeter bis hin zur Größe kleiner Hühnereier aus den Gewitterwolken. So ein Hagel kann die Ernte eines Weinbergs ohne weiteres völlig vernichten.

Im juni sah ich dann, was Hagel anrichten kann. An einem schwülheißen Tag Anfang des Monats fand in Wiesbaden die Preisverleihung der Bundesprämierung für Wein und Sekt der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft statt. In diesem alten und renommierten Wein-Wettbewerb haben die Kellers 18 jahre lang in Folge den Bundesehrenpreis erhalten. Die Klimaanlage im Kurhaus,wo die veranstaltung stattfand, war defekt, und man schwitzte selbst dann, wenn man gar nichts tat. Die Preisverleihung und das Mittagessen waren vorüber, und die H.s und ich probierten nun, obwohl wir sehr unter der Hitze litten,in der Halle verschiedene Weine und unterhielten uns mit den Erzeugern.
Da platzte die Nachricht herein, dass es in der Nordpfalz gerade gehagelt habe. Auf die Feierlichkeiten zur Preisverleihung, bei der die Winzer, die hervorragende Welne hervorgebracht hatten, für ein Jahr mühevoller Arbeit ausgezeichnet wurden, senkte sich ein dunkler Schatten. Die anwesenden nordpfälzer Winzer machten sich natürlich alle Sorgen um ihre Weinberge und setzten sich unverzüglich mit daheim in Verbindung. Tatsächlich erlitten einige unter ihnen durch diesen Hagelschlag starken Schaden.

Klaus und H. waren schon aufs Gut zurückgekehrt, bevor diese Nachricht eintraf. Und auch K. P., j. und mir war jetzt die Lust vergangen, noch länger auf diesem Fest zu bleiben. Die Pfalz liegt unmittelbar südlich von Rheinhessen. Aus Flörsheirn-Dalsheim braucht man nur drei Kilometer zu fahren, und schon ist man in der Nordpfalz. Deshalb machten wir uns Sorgen, dass vielleicht auch die H.er'schen Weinberge etwas von dem Hagel abbekommen haben könnten. Auf der Rückfahrt sah der Himmel tatsächlich unheimlich aus. Kaum war im heftigen, von Donner begleiteten Regen, die Temperatur gefallen, da blies von irgendwoher auch schon wieder ein unangenehmer warmer Wind, und als wir Dalsheim erreichten, schien wieder die Sonne.
Hier sah es aus wie nach einem Taifun, starker Wind und Regen hatten die Weinberge teilweise in Unordnung gebracht, und auf den Straßen standen große Wasserlachen und Schlammpfützen. In einigen Weinbergen waren Triebe, die schon grün vor Blättem waren, aus den Drahtrahmen gefallen und abgebrochen. Auch einige Weinberge waren von dem Unwetter böse erwischt worden. Dort hatte der Hagel, ein bis zwei Zentimeter große Löchcr in die Weinblätter geschlagen.
Bevor wir nach Hause fuhren, kontrollierte Klaus Peter alle Weinberge der Kellers, um eventuelle Schäden zu begutachten. Glücklicherweise waren die Lagen vollkommen von Hagelschäden verschont geblieben. Und vielleicht war dies auch dem Kellerschen Instinkt zu Verdanken gewesen, denn gerade erst gestern hatten wir das »Heften« beendet, hei dem die lang gewachsenen Triebe fest zwischen die Drähte der Drahtrahmen gepackt werden. Deshalb hatte der Sturm den Reben nichts anhaben können. - Zum Glück auch hatte der Sturm vor der Blüte stattgefunden.

Die Bäume schwankten wie Halme im Sturm Als wir nach unserer Runde durch die Weinberge wieder auf dem Gut ankamen, war von dem großen Ahornbaum, der im Innenhof steht, nur noch die Hälfte übrig. Ein Hauptast war durch den Sturm abgeknickt, und um die Gefahr zu beseitigen, hatte Klaus ihn bereits ganz abgesägt. Der Sturm, der in der Lage gewesen war, einen so großen Baum zu beschaedigen, konnte einem noch nachträglich einen ganz schönen Schrecken einjagen... Am eigenen Leib erleben konnte ich die Angst vor dem Hagel am nächsten Tag, als wieder ein Sturm die Gegend heimsuchte.
Es war gegen sieben Uhr abends, ich hatte die Arbeit auf dem Weingut beendet und war gerade in meine Pension zurückgekehrt. Normalerweise war es um diese Zeit noch hell, aber jetzt war es düster, und die Temperatur begann zu fallen. Gleichzeitig blies vom Donnersberg her ein so starker Wind, dass der Regen horizontal über der Erde zu stehen schien.
Als ich aus dem Fenster sah, waren die Straßen vom Regenwasser schon überschwemmt, und selbst die großen Bäume schwankten im Sturm wie Grashalme im sanften Wind. Ich fühlte mich, als wäre ein Taifun herangezogen und fragte mich, ob es wohl hageln würde. Bei diesem Gedanken lief mir ein Schauer über den Rücken, und mein Herz fing an, schneller zu schlagen. ...
Nach einer Stunde legte sich der »Orkan«. Die Furcht von Klaus vor solchen Stürmen konnte ich in diesen Minuten aber sehr wohl verstenen.

Der Hagel vom 2. Juni hatte links des Rheins in der Umgebung des pfälzischen Neustadt und in der Gegend von Westhofen in Rheinhessen Schäden angerichtet. Die Hälfte der Weinberge des Weinguts von Julias Eltern in Westhofen war von dem Hagel betroffen gewesen. Am 4. juni ging ich nach Westhofen, um dort bei den Vorbereitungen zum Traubenblütenfest zu helfen.
Unterwegs traf ich Julias Vater Ernst, der mir die vom Hagel geschädigten Weinberge zeigte: Die jungen Triebe, die sich bis dahin gesund gen Himmel gestreckt hatten, klebten geknickt am Boden. Die jungen Blätter an den Triebspitzen waren schwarz, die Blütenstände abgebrochen, und es tat einem in der Seele weh, die zerfetzten Blätter ansehen zu müssen. Auch Julias Weinberge waren teilweise vom Hagel betroffen. - Ernst musste sehr niedergeschlagen sein.
Aber mit einem Lächeln machte er Mut: »Es ist möglich, dass die Reben, die den Hagel überstanden haben und weiter wachsen, einen fantastischen, dichten Wein hervorbringen! Wer weiß, ob so etwas nicht auch sein Gutes hat.«
1985 gingen in Westhofen die heftigsten Hagelschläge seit Jahrzehnten nieder. Damals wurden alle Weinberge des Dorfes aufs Schwerste geschädigt. In jenem jahr konnten Julias Eltem nicht eine einzige Traube ernten. Wirtschaftlich erholten sich denn auch einige Wmzer nicht mehr von diesem Schlag und gaben den Betrieb auf.
Dieser Hagel hatte auch in Flörsheim-Dalsheim, das nur fünf Kilometer südlich von Westhofen liegt, große Schäden angerichtet. So hatten die Kellers in jenem jahr auf dem Hubacker mit seinen vier Hektar lediglich Trauben für 600 Liter Wein lesen können.

Neuerdings gibt es eine Hagelversicherung, deren Prämien allerdings ziemlich hoch sind. Wenn man diese Versicherung abschließt, erhält man im Schadensfall zwar Geld. Aber daran, dass man seine Kunden verliert, wenn man keinen Wein hat, ändert sie natürlich überhaupt nichts. Außerdem kann es passieren, dass auch das Wachstum eines Rebstocks mit verletzten Trieben in Folge gestört bleibt.
Junge Rebstöcke, die noch einen dünnen Stamm haben, muss man eventuell sogar ersetzen. Spätfröste, die zur gleichen Zeit vorkommen können, sind zwar auch verheerend, Hagelschäden aber können sich noch im nächsten und übernächsten jahr auswirken. Für einen Winzer jedenfalls ist ein Hagelschaden das Schlimmste, was ihm überhaupt passieren kann.

Ein Hagelschaden ist das Schlimmste, was überhaupt passeren kann. In der Nachbarschaft des Gutes von Julias Eltern steht ein seit 1985 unverändertes zweigeschossiges Wohnhaus, dessen Kunststofffassade durch den Hagel seither voller Löcher ist. Mich erinnerte dieses Haus an die Gebäude in Berlin, die voller Einschusslöcher aus dem Zweiten Weitkrieg unrenoviert im ehemaligen Grenzgebiet entlang der Mauer stehen.

Dann passierte es aber doch. Zwei Monate später, am 7. August, wurde ein Weinberg der Kellers vom Hagel verwüstet. Ich war damals in Hamburg, bekam aber von den Kellers die Nachricht, dass 30 Prozent der Spätburgunder-Trauben vom Niederflörsheimer Frauenberg zerstört worden waren.
Um diese Weine zu erzeugen, begannen die Kellers die Ertragsmenge schon in einem frühen Stadium zu reduzieren. Auf einigen ihrer Weinberge dürfen nur fünf bis sechs Trauben pro Rebstock heranreifen. Wenn diese Weinberge dann von solchen Unwettern heimgesucht werden, sind die Schäden natürlich um so gravierender.
Zwar gibt es bestimmt Fälle, in denen durch Hagel der Ertrag verringert wird, und so dichte Weine erst entstehen können. Bei Winzern wie den Kellers aber, die schon vor der Blüte durch Auswahl und Ausdünnung den Ertrag reduzieren, ist das Schadens-Risiko um so größer.
In der Zeit von Spätfrühling bis Sommer betreuen die Winzer nicht nur die sich entwickelnden Reben - ihre Furcht vor Hagelschlag treibt sie um. Und gegen den bieten nur verstreut liegende Weinberge und Lagen eine gewisse Sicherheit.

Deel 1: De eerste Riesling en wijn oogsten
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