Karl Heinz Johner
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baute seinen ersten eigenen Wein 1985 aus. Zu dieser Zeit war er noch als Winemaker bei Lamberhurst in England tätig, wo man ihm bekundete, in Deutschland könne man keinen gescheiten trockenen Weiß- und Rotwein machen. Um das Gegenteil zu beweisen gründete er in seiner Heimatgemeinde Bischoffingen ein Weingut mit 30 Ar Reben. Die ersten Ergebnisse wurden zunächst neben den Lamberhurst-Weinen in England verkauft. Mit dem 86er Jahrgang machte er zum ersten Mal in Deutschland von sich reden. Inspiriert von den besten französischen und kalifornischen Weinen baute Karl Heinz Johner seine Weine in Barriques aus. Im Gegensatz zu den meisten Experimenten deutscher Winzer mit dem Ausbau im kleinen Holzfass waren Johners Erzeugnisse jedoch keine Eichenholzmonster ohne Frucht und Substanz. Obwohl sie unter einfachen Bedingungen entstanden, zeigten diese Weine bereits eine Harmonie und einen saftigen Charme wie kaum ein anderer deutscher Barrique-Wein zu dieser Zeit. Die Anerkennung machte Mut und so wurde die Rebfläche nach und nach durch Kauf und Pacht auf 17 Hektar vergrößert. Dies erforderte Anfang der 90er Jahre den Bau eines neuen Kellergebäudes, so dass der Ausbau der Weine nicht mehr in der Garage und in den Kellern von Verwandten und Bekannten stattfinden musste. Heute gehört das Weingut zu einem der am modernsten ausgestatteten Betriebe in Deutschland. Karl Heinz Johner ist ein ruheloser Geist, der immer neue Herausforderungen sucht. 2002 kam der erste Wein seines neuen Weinguts in Neuseeland auf den Markt. Da trifft es sich gut, dass Sohn Patrick nach Studien in Geisenheim und Dijon sowie Praktika bei Hubert Lignier, Comte Lafon und dem Australier Tim Knapstein seine Fähigkeiten nun im eigenen Betrieb zum Einsatz bringt. Obwohl hier inzwischen rund 100000 Flaschen pro Jahr abgefüllt werden, ist das Angebot so übersichtlich wie eh und je. Von den einzelnen Rebsorten gibt es selten mehr als eine Abfüllung. Auf Lagenangaben, Prädikate, oder Hinweise auf den Süßegrad der Weine wird gänzlich verzichtet. Lediglich in guten Jahren gibt es eine Reserve-Abfüllung der besten Partien, die unter der Bezeichnung "SJ" (für Selektion Johner) auf den Markt kommt. Weine des Jahrgangs 2003: Baden Rivaner, Weißwein, QbA, 7.00 Sauvignon Blanc, Weißwein, QbA, 15.00 Weine des Jahrgangs 2002: Baden Chardonnay, Weißwein, QbA, SJ, 25.00 Grauburgunder, Weißwein, QbA, SJ, 25.00 Weißburgunder Chardonnay, Weißwein, QbA, 15.00 Der Jahrgang 2001 Die bislang angestellten Weißweine offenbaren eine zwar sehr moderne, aber nichtsdestoweniger beeindruckende Machart. Sie sind glasklar, stoffig und dabei selbst bei 14% Alkohol noch elegant. Sie lassen sich schon jetzt mit großem Genuss trinken. Mit den Spätburgundern jadoch habe ich große Probleme. Zwar verfügen beide über Substanz und Kraft, doch die Frucht ist hinter den kantigen Tanninen, den Röstnoten und den botigen und malzigen Überreife-Aromen kaum zu erkennen. Beim SJ kommen noch deutlich krautige Noten hinzu, die mich sehr an einer positiven Entwicklung zweifeln lassen. Auch nach mehreren Proben geben mir diese Weine Rätsel auf. Weine des Jahrgangs 2001: Baden Blauer Spätburgunder, Rotwein, QbA, 18.00 Blauer Spätburgunder, Rotwein, QbA, SJ, 33.00 Cuvée Weiß, Weißwein, QbA, 5.00 Grauburgunder, Weißwein, QbA Ausgezeichnet(88) Grauburgunder, Weißwein, QbA, SJ Hervorragend(92) Sauvignon Blanc, Weißwein, QbA Ausgezeichnet(88) Weißburgunder, Weißwein, QbA, SJ Hervorragend(92) Der Jahrgang 2000 Aus 2000 wurden nur zwei Rotweine angestellt und mit beiden habe ich gewisse Probleme. Der süßlich-holzige Cabernet lässt mich jegliche Finesse vermissen und ich habe große Zweifel an seiner Entwicklungsfähigkeit. Völlig unsicher bin ich mir auch bei der Prognose für den Spätburgunder. Der präsentiert sich im Augenblick so klotzig, überreif und überkonzentriert, dass man Schwierigkeiten hätte, ihn blind als Pinot Noir zu identifizieren. Ich fürchte, dass er sich nur immer mehr hin zur rustikalen Seite entwickeln und nie wirklich Spaß machen wird. Weine des Jahrgangs 2000: Baden Cabernet Sauvignon, Rotwein, QbA Gut(79) Spätburgunder, Rotwein, QbA, SJ Ausgezeichnet(86) Weine des Jahrgangs 1999: Baden Grauburgunder, Weißwein, QbA, 11.25 Sehr gut(84) Rivaner, Weißwein, QbA, 6.90 Ordentlich(75) Weine des Jahrgangs 1990: Baden Spätburgunder, Rotwein, Tafelwein | |||
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