Weingut Dr. Hinkel

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Zum EU/US Weinhandelsabkommen und
über die Sulfit-Deklarierung.

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Kurz vor Weihnachten legte der EU Ministerrat ein wahres Osterei. In einem bilateralen Abkommen mit den USA wurde festgelegt, daß amerikanische Produktionsmethoden bei der Weinbereitung ungehinderten Zugang zum EU-Binnenmarkt bekommen, im Gegenzug wurden in den USA gerade mal 17 geographische Bezeichnungen aus Europa geschütz!.
Dieser Vertrag kam auf Druck der Exporteure aus Frankreich, Italien und Spanien zustande, die große Angst vor amerikanischen Handelshemmnissen auf ihren Hauptabsatzmärkten hatten. Nur Österreich und Deutschland stimmten gegen diesen Blankoscheck zur Erzeugung von Fabrikwein.

Alle Methoden, die in den Vereinigten Staaten heute oder in Zukunft per Gesetz erlaubt sind, müssen in der EU geschluckt werden und dies ohne daß eine Deklarationspflicht auf dem Etikett gefordert wurde!
chips usa hardtast Mit Holzspänen aromatisierte Weine, Weine, die in "Spin colums" in ihre Bestandteile zerlegt wurden und dann vom "Kellermeister" wieder neu komponiert werden oder Weine mit Wasser versetzt, all dies steht künftig neben echtem Wein in den Regalen der Märkte, ohne es dem Verbraucher zu sagen.
Gentechnik im Wein oder Aromatisierung mit künstlichen Stoffen sind bereits vorab akzeptiert. Schon jetzt ist abzusehen, wie diese "Coca-Colisierung" des Weins die Großproduzenten reizen wird, nach dem Motto "was der Amerikaner darf", kann man dem Chilenen oder dem Australier nicht verbieten. Schöne Neue Weinwelt!

Wir werden auf die Preisgabe des alten, hochwertigen Kulturgutes Wein mit noch mehr Achtung vor den traditionellen Methoden reagieren. So wie wir schon seither den Rotwein auf der Maische vergoren haben, statt die Trauben über Durchlauferhitzer zu jagen oder wie wir auf natürliche Sedimentation statt auf Cross-Flow Filter setzen. Ihr Weingut Dr. Hinkel wird sein "Reinheitsgebot" für guten Wein hochhalten. Auf Ihr Wohl!

Geradezu lächerlich erscheint in dem obigen Zusammenhang die ab 1 November 2005 geltende EU-Verordnung zur Deklaration des freien Schwefels auf dem Etikett. "Enthält Sulfite" muss jeder Weinvermarkter aufdrucken, und Sie werden es auf jeder Flasche finden, die jetzt etikettiert wird.
Schwefeldioxid ist ein einfacher Stoff, von dem der Mensch im Körper circa 1000 mg pro Tag produziert.
Der Stoff ist im Wein, als Nebenprodukt der Gärung natürlich in einer Höhe von etwa 10 mg/l im Wein vorhanden. Eine Aufstockung auf 40 bis 50 mg/l macht den Wein haltbar und schützt vor Oxidation und Mikroorganismen.
In Deutschland gelten darüber hinaus obere Grenzwerte, unterschiedlich für die verschiedenen Qualitätsstufen, die nicht überschritten werden dürfen und bei der amtlichen Prüfung kontrolliert werden.

Weine ohne Sulfite würden innerhalb kürzester Zeil verderben und so ist die Angabe auf dem Etikett eigentlich eine Selbstverständlichkeit, führt aber zur Verunsicherung der Verbraucher. An der Weinerzeugung hat und wird sich nichts ändern. Die Angabe ist lediglich für Allergiker interessant.
Wir freuen uns, das wir hier etwas aufklären konnten.

DR. ROLAND HINKEL - Dipl. Landwirt und Dipl. Weinbau-Ing.
ERNST EDWIN HINKEL - Winzermeister und Weinbau-Ing. (grad,)

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