Weingut Egon Müller-ScharzhofbergDer internationale Ruf, den sich das Weingut Egon Müller-Scharzhofberg mit seinen großen Weißweinen in den letzten Jahren erworben, ist keine Reliquie früherer Generationen — seine Stellung in der Weltspitze der Weinerzeuger ist hart erarbeitet, begünstigt freilich durch eine außergewöhnliche Lage: Der Scharzhofberg, auf einem Hügel über Wiltingen gelegen, ist allerdings eine der großartigsten Weinberge der Welt, in der auf einer Fläche von rund 27 Hektar in Steillage Rieslinge angebaut werden. Die Familie Egon Müller besitzt heute sieben Hektar des Reblandes, das so berühmt ist, dass man darauf verzichtet hat, auf dem Etikett die Gemeinde Wiltingen an der Saar anzugeben. Im sechsten Jahrhundert wurde hier das Kloster der Heiligen Maria von Trier gegründet, dessen Besitz im Zuge der Napoleonischen Gesetzgebungen säkularisiert wurde. Zu dieser Zeit, 1797, gelangte das Gut mit seinen exponierten Lagen in den Besitz der Familie Egon Müller. Der Boden ist hier schieferhaltig und sehr steinig, die Hangneigung beträgt 50 Prozent, doch besitzt der Boden die Eigenschaft, Wisser gut zu speichern, was in besonders trockenen Jahren von Vorteil ist. S 000 Rebstöcke - ein Drittel wurzelechte Reben - , von denen ein Teil bereits mehr als 50 Jahre alt sind und noch vor dem zweiten Weltkrieg gepflanzt wurden, stehen hier in engen Zeilen. Aber nicht nur die herausragende Lage, das'erstklassige. Terroir sowie das Alter der Rebstöcke sind Garanten für außergewöhnliche Weine. Niedrige Erträge — im Durchschnitt 45 Hektoliter pro Hektar - sowie eine selektive Lese von Hand gehören hier ebenso zu einer Qualitätsphilosophie, die das Erfolgsgeheimms für absolute Spitzenweine ausmacht. Vor allem die edelsüßen Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen des Weinguts, die aus den Rieslingtrauben gekeltert werden, genießen den uneingeschränkten Respekt der Weinliebhaber im In- und Ausland. Leicht, aber mit großer Geschmackstulle, unglaublich differenziert, hoch aromatisch und blumig gebensich diese kleinen Meisterwerke, die schlicht »Scharzhofberger« genannt werden - nahezu vollendete Gewächse, denen kaum etwas Gleichrangiges an die Seite gestellt werden kann. Die legendären "Spezialweine" von Egon Müller werden nur in geringen Mengen von 200 bis 300 Flaschen - und das auch nicht in jedem Jahr - erzeugt. Da die edelsüßen Spezialitäten, die man bereits im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert kannte, bis in die frühe Nachkriegszeit nicht mehr erzeugt wurden, trägt die erste Trockenbeerenauslese des Weinguts den Jahrgang 1952. Das »flüssige Gold« vom Scharzhofberg gilt als absolute Rarität und wird aufweinauktionen zu horrenden Preisen gehandelt. Nach dem Tod von Egon Müller III., einem der großen Persönlichkeiten des deutschen Weinbaus, Anfang des Jahres 2001 führt sein Sohn, Egon Müller IV, der bereits 1989 die Leitung des Gutes übernommen hatte, die Geschäfte des Betriebes ganz im Sinne des Vaters weiter. | |||
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