De Weinschenker

ERNTEMENGE DEUTSCHlAND

Ernteprognosen für den Jahrgang 2004
in hl. + - zu 2003 in %
Ahr 47.700 +40
Baden 1.380.000 +22,5
Franken 457.000 +22
Hessische Bergstraße38.000 +27
Mittelhein 40.000 +21
Mosel/Saar/Ruwer 1.100.000 +23,5
Nahe 380.000 +22,5
Rheingau 275.000 +17
Rheinhessen 2.850.000 +21
Pfalz 2.600.000 +27
Württemberg 1.300.000 +40
Sachsen 15.500 +19
Saale-Unstrut 26.000 +4
Deutschland gesamt 10.500.000 +26
QUELLE: DEUTSCHER WEINBAUVERBAND/GEBIETSVERBÄNDE

Jahrgang nach Wunsch
Nach dem als "jahrhundertjahrgang" titulierten Jahrgang 2003 landet nun ein "Wunschjahrgang" in den Kellern der Erzeuger. Die Erzeuger in Deutschland hatten es nach der doch sehr ungewöhnlichen Emte 2003 wieder mit einem normalen" Jahrgang zu tun.
Nach den oft sehr alkoholreichen Weinen aus 2003 kommt den Winzern der neuee Jahrgang 2004, der mehr frische, leichte Weine liefert, gerade recht. DieErntemenge wird sich bei 10,5 bis 11 Mill. hl einpendeln.

Rheinhessen
In Rheinhessen wird mit einer Erntemenge van 2,85 Mill. hl gerechnet. Dabei liegen die Hektarerträge nicht nur bei den einzelnen Sorten weit auseinander. Selten hatten ertragsregulierende Maßnahmen einen so großen Einfluss auf die Erntemenge und damit auch auf die Qualität wie in diesem Jahr.
Die spätreifenden Sorten wie Riesling und Spätburgunder profitierten vom goldenen Herbst und konnten noch reichlich Öchsle sammeln, sodass die Qualitäten dort, wo ertragsregulierend gearbeitet wurde, besser waren, als nach dem kühlen Sommer befürchtet.
Dabei lagen diese Sorten in Punkto Erntemenge etwas unter dem Durchschnitt. Besonders die frühreifenden Sorten Müller-Thurgau, Portugieser und auch Dornfelder sind, was die Emtemenge betrifft, über ihr Ziel hinausgeschossen.
Dabei wurde der Dornfelder in diesem Herbst auffallend spät gelesen. Dies hat zwei Gründe: Zum einen hatten viele Winzer zunächst Bedenken, die im vergangenen Jahr auferlegte 68° 0e-Hürde zu schaffen.
Insgesamt rechnet Heinrich Schlamp vam DLR, Oppenheim, mit einer Dornfeldermenge für Rheinhessen von rund 450.000 hl. Der Herbst ging in Rheinhessen wie in den meisten Anbaugebieten ruhig und ohne Hektik über die Bühne, da die Trauben bis zuletzt gesund waren.

Pfalz
Auch in der Pfalz erfolgte mit dem Jahrgang 2004 die Rückkehr zur Normalität. Auch wenn die Blüte sechs Tage vor dem langjährigen Mittel einsetzte, lagen die Trauben in ihrer Entwicklung wegen des kühlen Sommers Ende August noch weit hinter dem fünfjährigen Mittel zurück. Wie auch in Rheinhessen sorgte der schöne Altweibersommer dann aber für den nötigen Reifeschub.
'Aufgrund des guten Gescheinansatzes, der im wesentlichen auf die außergewöhnliche Sonnenintensität des Jahres 2003 zurückzuführen war, lagen die Erträge zum Teil recht hoch und in vielen Fällen auch über dem Ertragsziel der Winzer, was durch die ergiebigen Regenfälle im Oktober noch verstärkt wurde', erklärt Dr. Jürgen Oberhofer, DLR Rheinpfalz, Neustadt. Oberhofer rechnet mit einer Gesamterntemenge für die Pfalz van 2 - bis- 2,6 Mill.hl.
Mit dem aktuellen Jahrgang startet auch das neue Herkunfts- und Gütezeichen Districtus Controllatus Pfalz. Die für DC Pfalz geforderten Mindestmostgewichte der fünf Rebsorten Riesling und Dornfelder (75°0e) sowie Weiß- Grau- und Spätburgunder (80°0e) wurden in vielen Betrieben im Qualitätsweinbereich deutlich übertroffen.
Zur Verleihung des Herkunfts- und Gütezeichens DC-Pfalz muss der Wein neben erfolgreicher QbA-Prüfung in einem 5-köpfigen Gremium mindestens 3 Punkte auf dem 5-Punkte Schema erreichen und ein gebietstypisches sensorisches Profil aufweisen. Erste Verkostungen werden im Dezember starten und auf der ProWein 2005 wird der erste größere Auftritt von DC Pfalz stattfinden.

Baden
B
ie Badener erwarten eine Gesamternte von 1,38 Mill. hl. "Wir freuen uns auf einen marktgerechten Jahrgang indem wir wieder ausreichend QbA und Kabinettweine bekommen", sagt Dr. Christoph Löwer, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes.
Die Keller vieler großer Genossenschaften sind gerade in diesem Segment geräumt und die Weine des neuen Jahrgangs wurden dringend gebraucht, um keine Lieferengpässe zu bekommen. Das Wetter hatte in diesem Jahr einigen Winzern jedoch einen Strich durch die Rechung gemacht: Hagel vernichtete die Erträge von rund 850 ha Rebfläche. Besonders betroffen war das Markgräflerland, sodass es gerade heim Gutedel deutlich weniger Menge gibt.
Dieses Unwetter batte zur Folge, dass in Baden die Vermarktungsobergrenze von 90 auf 100hl/ha hochgesetzt wurde. "Dies soll eine einmalige Aktion bleiben und ist dazu gedacht, dass den Betrieben die von gravierenden Hagelschäden betroffen waren, geholfen werden kann, ihre Lieferverträge wenigstens teilweise zu erfüllen", erklärt Löwer.

Württemberg
"Wir sind froh, dass wir in diesem Jahr mehr geerntet haben als die 1,2 Mill. hl, die wir in einem Jahr verkaufen können", sagt Karlheinz Hirsch, Geschäftsführer des Weinbauverbandes Württemberg.
Die KeIler sind nach der sehr kleinen Ernte 2003 zu einem Großteil geräumt und so helfen die in diesem Jahr erwarteten 1,3 Mill. hl, die Mengendefizite aus dem vergangenen Jahr auszubessem. Zufrieden ist Hirsch auch mit der Qualität.
Zwar gab es im Oktober in Württemberg überdurchschnittlich viel Niederschläge, doch sorgten die kühlen Nächte dafür, dass die Trauben gesund blieben. "Es war schade, dass die Preise im letzen Jahr nicht der gehobenen Qualität angepasst wurden, doch da macht der Markt nicht mit. Dafür stimmt in diesem Jahr das Preis- Leistungsverhältnis wieder voll und ganz", sagt Hirsch.

Mosel-Saar-Ruwer
Die Erntemenge wird an Mosel-Saar-Ruwer nicht so hoch sein, wie zunächst angenommen. Der Grund dafür sind die dicken Schalen der Trauben und die dadurch geringe Saftausbeute. Bisher geben die Verantwortlichen des Weinbauverbandes von einer Erntemenge von 1,1 Mill. hl aus.
Die Lese ist zum größten Teil abgeschlossen. Bei einzelnen Winzern kam es durch Schwarzfäulebefall zu erheblichen Mengeneinbußen, jedoch war dies nur an der Untermosel bzw. der unteren Mittelmosel ein Thema, sodass diese Verluste die Gesamterntemenge nicht erheblich beflussen.
Ansgar Schmitz, Geschäftsführer Mosel-Saar-Ruwer Wein e.v., geht davon aus, dass die Emtemenge gut am Markt absetzbar sein wird: "Besonders weiße QbA-Weine sind gefragt und die Bestände waren in diesem Bereich deutlich geräumt".

Franken
In Franken sprechen die Verantwortlichen von einem versöhnlichen" Jahrgang und einer idealen Ergänzung zum Jahrgang 2003. Die Weißweine zeigen sich fruchtbetont mit ausgeprägter Sortencharakteristik und frischer, belebender Säure.
Die Rotweine sind sehr farbintensiv bei markanter Säure, aber dennoch guter physiologischer Reife. Die Emtemenge liegt bei etwa 460.000 hl.

Mittelrhein / Nahe
Am Mittelrhein und auch an der Nahe lagen die Erträge bei allen Sorten über dem langjährigen Durchschnitt. Auch wenn es zu Beginn der Vegetationsperiode nicht danach aussah, sorgte der Regen Ende August, Anfang September für eine ausreichende Wasserversorgung.
Besonders die frühreifen und ertragsreichen Sorten lagen deutlich über den Hektarhöchsterträgen. An der Nahe wird die Erntemenge in diesem Jahr bei rund 380.000 hl liegen, am Mittelrhein bei 40.000 hl. Besonders der Riesling zeigt in beiden Anbaugebieten durch die kontinuierliche Reife eine gute Aromenausprägung und eine gute Säurestruktur.

Rheingau
Auch im Rheingau konnten die Winzer 2004 deutlich mehr ernten als im Vorjahr. Insgesamt lag die Erntemenge in diesem Jahr bei 275.000 hl. Davon entfielen rund 211.600 hl auf Riesling und 34.900 hl auf Spätburgunder. Die übrigen 28.500 hl teilen sich zwischen den restlichen Rebsorten auf.
Der 2004er wird im Rheingau als marktgerechter Jahrgang bezeichnet, was auch die große Nachfrage nach Riesling während des Herbstes belegt, während die Aufnahmebereitschaft für Spätburgunder vergleichsweise gering war.

Ahr / Hessische Bergstraße
Die Lese an der Hessischen Bergstraße wurde in der ersten Novemberwoche abgeschlossen. "Die Qualitäten waren überraschend gut. Gerade die Burgunder kamen fast an die Mostgewichte des Vorjahres heran", sagte Otto Guther van der Bergsträßer Winzern e.G. Die durchschnittliche Erntemenge van 85-90 hl/ha ergibt eine Gesamterntemenge van rund 38.000 hl. An der Ahr verlief die Lese ruhig, das Lesegut war gesund und die Winzer hatten somit keinen Druck.
Positiv überrascht sind die Winzer van der Qualität der Weine. "Mit den Qualitäten sind wir sehr zufrieden, das hätte man nach dem durchwachsenen Sommer nie erwartet", erklärt Ernst Bender von den Ahr-Winzern. Die Gesamterntemenge wird sich voraussichtlich bei ca. 47.700 hl einpendeln.

Saale-Unstrut / Sachsen
Im Anbaugebiet Saale-Unstrut blickten die Winzer der Ernte 2004 zunächst mit Bedenken entgegen. Das Wetter ließ in den Monaten Mai, Juni und Juli zu wünschen übrig, doch dann sorgten die Monate September und Oktober für steigende Öchslegrade bei den Trauben. "Wir ernteten mit 26.000 hl. mehr als im letzten Jahr, aber nicht so viel, dass wir von der Menge erdrückt werden", sagt Siegfried Boy.
Insgesamt bezeichnet er den Jahrgang 2004 als "guten bis sehr guten Durchschnittsjahrgang". Claus Höhne, Weinbauberater in Sachsen, fasst den Jahrgang 2004 kurz und knapp zusammen: "Ein unkompliziertes Jahr mit guten Qualitäten". Die Erntemenge wird auf 15.500 hl geschätzt, doch hätten die Betriebe in Sachsen sich eine höhere Erntemenge gewünscht, da die Keller nach der kleinen Ernte 2003 ziemlich geräumt sind.

Traubenselection gehört in Bordeaux schon längst zum guten Ton


ERNTE FRANKREICH (IN MILL. HL)
Region - VQPRD '04 - VQPRD '03 - totaal '04 - totaal '03
Languedoc-Roussillon 3,2 - 3,3 - 18,4 - 15,7
Aquitaine* 8,0 - 6,6 - 9,1 - 7,0
Provence 2,9 - 3,1 - 4,8 - 4,7
Loiretal 3,0 - 2,6 - 4,0 - 3,4
Rhonetal** 2:2 - 1,8 - 3,1 - 2,5
Südwesten*** 0,7 - 0,5 - 2,9 - 2,2
Champagne 2,6 - l,5 - 2,8 - 1,6
Bourgogne**** 15 - 12 - 16 - 1 2
Elsas 1,2 - 1,0 - 1,3 - 1,0
Körsika 0,1 - O,l - 0,4 - 0,3
Charentes (Cognac) 0,1 - 0,1 - 9,8 - 7,7
Gesamt 25,8 - 21,8 - 58,5 - 47,5
QUELLE: ONIVINS, STAND OKTOBER 2004
* = BORDEAUX PLUS BERGERAC, COTES OU MARMANDAIS UND COTE DE DURAS;
** = INKLUSIVE ARDÈCHE; *** = INKLUSIVE ARMAGNAC (400,000 HL); **** = INKLUSIVE BEAUJOLAIS (1.3 MllL. HL)

ERNTE 2004: FRANKREICH "Klassisch" und reichlich
Frankreich spricht von einem "klassischen" Jahrgang. Soll heißen: Kein Jahr der Rekorde, eher moderat im Alkohol, dafür mit viel Aroma und lebendiger Säure.
Mit einem Erntevolumen van 58,5 Mill. hl übertraf Frankreich die mengenmäßig kleineren Ernten von 2001 bis 2003 deutlich, blieb aber unterhalb der Erntemengen van 2000 und 1999. Qualitativ zeichnet sich in Frankreich eine gute bis sehr gute Ernte ab, wobei die Schwankungen innerhalb der einzelnen Anbaugebiete aufgrund des anfangs kühlen Sommers beträchtlich sind.
Tendenziell eher moderate Alkoholwerte, gute Aromaausbeute und überdurchschnittlich hohe Säurewerte sind die Folge.

Traubenselektion gehört in Bordeaux längst zum guten Ton
Das schöne Spätsommerwetter bis Anfrang Oktober bescherte fast allen Regionen gesundes Traubenmaterial.
Besonders üppig fiel die Ernte bei den Tafelweinen aus. Die Erntemenge der AOC - und Landweine liegt mit 25,8 Mill. hl nur um 0,8 Mill. hl über dem Durchschnitt der letzten sieben Jahre (1997 bis 2003).

Bordeaux: Das Zeug zum Klassiker?
Nach den mengenmäßig kleinen Erträgen van 2002 und 2003 (5,6 und 5,5 Mill. hl), werden sich die Erträge in 2004 voraussichtlich auf 7 Mill. hl belaufen.
Um die Weinpreise nicht noch mehr zu belasten, wurde im Juli 2004 beschlossen, die Vermarktung des diesjährigen Jahrgangs auf 50 hl/ha zu beschränken. Sollten die Winzer mehr produzieren, wobei die für ihre Appellation zugelassenen Mengen respektiert werden müssen, dürfen sie die Differenzerträge, die über 50 hl/ha hinaus gehen, nicht absetzen. Allerdings lässt der C.LV.B. die Bildung van Reserven zu, bis eine günstigere Marktlage die weitere Vermarktung wieder ermöglicht.
Qualitativ verspricht der Jahrgang einiges: Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren fiel der Vegetationszyklus der Reben in diesem Jahr etwas länger aus. Durch das schöne Wetter im September und Oktober konnten die Winzer den optimalen Reifegrad der Trauben abwarten.
Kühle Nachttemperaturen und lange Sonnenstunden am Tage haben die Bildung van Anthocyanen begünstigt und die Trauben gesund gehalten. Mit 187 Millimetern Niederschlägen, die deutlich hinter dem Durchschnitt der letzten dreißig Jahre lagen, war 2004 ein regenarmes Jahr.
Die Merlot - Trauben trumpfen mit einem interessanten Säuregehalt (vergleichbar mit 200l) und guter phenolischer Qualität auf. Der Alkoholgehalt liegt bei rund 13 grad und die Farbe ist van sehr schöner Intensität.
Die Tanninstruktur scheint auch bei den Cabernets Francs zu diesem frühen Zeitpunkt sehr vielversprechend. Gute Nachrichten auch van den spätreifenden Cabernets Sauvignons, in diesem Jahr begann die Ernte erst am 7. Oktober: aromatisch und gegsund. Alles in Allem sehr viel versprechend.
Noch rosiger erscheinen die Aussichten im Weißweinbereich: Sauvignon und Semillon konnten unter hervorragenden Wettervoraussetzungen geerntet werden. Frische und ausgeprägte Aromatik sollen den Jahrgang kennzeichnen, der im Weißweinbereich das Gegenteil van 2003 zu werden verspricht.

Südwesten: Rassige Weißweine
Für den Südwesten gilt ähnliches wie für Bordeaux: Der für den ohnehin etwas raueren Südwesten vielleicht sogar einen Tick zu kühle Sommer bescherte den Winzern knackige, aromatische Weißlweine mit einer sehr lebendigen Säure. Bei den Roten wird wie in Bordeaux dank des schönen Spätsommers van einer guten Tanninqualität berichtet.

Languedoc-Roussillon: Winzer waren gefordert
Nach dem heißen und trockenen Vorjahr brachte der Winter ausreichend Regen, um die natürlichen Wasserreserven wieder aufzufüllen. Mit einer kühlen und feuchten Periode im April trat die Blüte mit 14 Tagen Verspätung auf.
Ab Mitte Juni steIlte sich die Hitze ein, aber im August und September gab es erneut überdurchschnittliche Regenfàlle. Insgesamt ein für die Winzer eher schwieriges Jahr. Besonders die wärmeren Zonen nahe des Mittelmeers hatten zu leiden. Bevorzugt waren späte Sorten und späte Lagen, die sehr gute Farbe erbrachten und eine attraktive Frucht.
Die Säurewerte sind für den Süden oft erstaunlich hoch und geben den Weinen eine ungewöhnliche, für nördlichere Gaumen keineswegs unangenehme, aromatische Frische, die nicht zuletzt den WeiBweinen sehr zugute kommt.

Rhone: Beste Aussichten
Ideale Reife- und Erntebedingungen meldet das südliche Rhonetal. Die ersten Trauben wurden in den frühreifen Regionen am 6. September geerntet, eine Woche später griffen die Erntehelfer dann im gesamten Gebiet der südlichen Rhöne zur Schere.
Mitte Oktober wurden die letzten Trauben in den spät reifenden Sektoren eingebracht. Der Grenache scheint in diesem Jahr besonders gut gelungen zu sein, während sich die Syrah in weniger guten Lagen schwer tat, richtig auszureifen.
Die Rotweine insgesamt versprechen sehr ausgewogene Qualitäten, mit feinen Tanninen und einer kräftigen Farbe. Die lebendige Säure und die runden Tannine lassen "vins de garde" erwarten.
Die Weißweine vallen sehr aromatisch aus (Zitrusaromen) und präsentieren eine schöne Frische.
Die außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen im September (warme, trockene Tage) sorgten auch an der nördlichen Rhöne für die nötige Reife. In den frühreifen Weißweinsektoren begann die Ernte am 8. September, die meisten Trauben wurden zwischenl dem 20. September und 1. Oktober eingebracht.
Auch hier hoffen die Winzer auf außerordentlich gute Weißweine und aromatische Rotweine mit ausgereiften Tanninen.

Loire: Heterogenes Jahr
Schwer abzuschätzen ist die Qualität des Jahrgangs an der Loire: Unsteter Witterungsverlauf, teilweise mit Hagel, auf der einen Seite, anderseits jedoch Alkoholgrade, die sich auf Niveau des an der Loire herausragenden Jahrgangs 2003 bewegen, lassen alles offen.

Provence: Gesund und aromatisch
Das Erntevolumen wird in diesem Jahr "normal" ausfallen. Man rechnet mit einer Ernte van 1 bis 1,2 Mill. hl für die Appellationen Cötes de Provence, Coteaux d'Aix en Provence Coteaux Varois.
Insgesamt wird in der Großregion Provence-Alpes-Cöte-d'Azur mit einer Erntemenge van 4,8 Mill. hl gerechnet. Trockenheit, starke Unterschiede zwischen Tages- und Nachttemperaturen, sowie der kühlende Mistral sorgten für gesundes Traubenmaterial und prägten den Jahrgang, der aromatische Weine zu liefern verspricht.

Champagne: Rekordernte
Die größte Ernte aller Zeiten hat die Champagne eingefahren. Mehr als 2,6 Mill. hl wurden geerntet. Im November wurde der Hektarhöchstertrag nachträglich van 13.000 auf 14.000 kg/ha aufgestockt, wovon 2.000 kg in die Sonderreserve eingestellt werden müssen und nicht vermarktet werden dürfen.
Gesunde Trauben, durchschnittliche Alkohol- und Säurewerte sorgen für zufriedene Mienen bei den Champagnerproduzenten. Die große Ernte erlaubt zumindest kurzfristig durchzuschnaufen beim Kampf um die Trauben, der seit etwa zwei Jahren in der Champagne neu aufgeflammt ist und den Traubenpreis bis auf stolze 5 €/kg getrieben hat.

Burgund und Beaujolais: Zurück zur Normalität
Ein gutes bis sehr gutes, wenn auch kein Ausnahmejahr. So lautet der Tenor in Burgund, wo Mitte Oktober mit den spätreifenden Parzellen im Chablis die Ernte beendet wurde. Gleiches gilt für das Beaujolais, wo die Erntemenge 1,3 Mill. hl beträgt.
Perfektes Wetter während der Lese ermöglichte die sehr heterogene Reife der einzelnen Parzellen zu berücksichtigen. Die Alkoholgrade liegen im mittleren Bereich zwischen 11 und 12,5 vol%. Die Farbausbeute bereitet in einigen Fällen Probleme.
Positiv wie fast überall ist die ausgeprägte Aromatik und der gute Gesundheitszustand der Trauben hervorzuheben. Ein Jahr der Winzer, wie es die Verbände van Beaujolais und Burgund ausdrückten.

Elsass: Mehr Finesse
Die Ernte begann offiziell am 20. September für die Appellationen AOC Alsace und Grand Cru d'AIsace am 30. September, drei Wochen später als im Ausnahmejahr 2003. lm Elsass freuen sich die Winzer über den ausgezeichneten Gesundheitszustand und ein sehr gutes Säuregerust.
Probleme gab es nur, wenn versucht wurde, extrem spät zu ernten. Das trübe Wetter der zweiten Oktoberhälfte zwang die Winzer, ihre Ernte schnell einzubringen. Das Erntevolumen wird insgesamt auf etwa 1,3 Mill. hl geschätzt, ein leichter Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Die Lesebottiche in Italien waren in diesem Jahr randvoll

ERNTE 2004: ITALIEN Drohender Preisdruck?
Italien erntete 52 Milt hl Wein nach Prognose von ISMEA und UIV, eine stattliche Menge mit großen Qualitätsunterschieden.
Mit der Weinmenge van 52 Mill. hl (Prognose 29.10.04 ISMEA, UN) dürfen die Italiener 18% mehr Wein als im vergangenen Jahr vermarkten. Abweichend davon schätzte der Önologenverband AEI in Mailand die Erntemenge sogar auf 54 Mill. hl Wein.
Man munkelt, dass angesichts der schwachen Nachfrage jedem Funktionär eine kleinere Ernte lieber gewesen wäre, da dadurch die Preise weniger unter Druck geraten wären.
Neben der ausreichenden Menge kennzeichnet eine durchschnittliche bis sehr gute Qualität den Jahrgang 2004. Niedriger im Mittel als im heißen Vorjahr sind die AIkoholgrade bei Weiß- und Rotwein. Vor allem die Weißweinaromen profitierten van dem moderaten Witterungsverlauf.
Ausgewogen sind auch die meisten Rotweine, wenn nicht der Regen im September die Winzer vor allzu große Probleme stellte. Insgesamt wirkte sich die im Vergleich zu den Vorjahren spätere Ernte positiv auf die Weinqualität aus. Negativen Einfluss hatte dagegen in fast allen Regionen die *Peronospera.
Im Einzelnen sind die Regionen von Nord nach Süd sehr unterschiedlich weggekommen.
Zwei stellig rauf ging es fast überall, teilweise liegen die geschätzten Steigerungen sogar deutlich jenseits der 20% wie in den mittelitalienischen Regionen Toskana, Marken und Umbrien. 33% mehr Menge muss die Region Piemont vermarkten, deren Weine derzeit sicherlich nicht zu den Gefragtesten zählen.
Im Nordosten glänzt das Veneto mit 20°/6 Zuwachs und ist mit 8,89 Mill. hl dieses Jahr diejenige Region mit der größten Produktionsmenge in Italien. Ebenfalls üppig fiel die eingefahrene Menge in den Nachbarregionen aus. Mit jeweils 1,3 Mill. hl melden das Friaul und Trentino-Südtirol die größte Ernte der letzten 10 Jahre.
Gleichermaßen machten allen Erzeugern die Pflanzenschutzprobleme, allen voran die van den häufigen Regenfällen im Frühjahr und übers gesamte Vegetationsjahr verursachte Peronospera, zu schaffen.
In Teilen besonders betroffen scheint Apulien zu sein, wo dennoch eine große Ernte mit 18% Plus eingefahren werden konnte. Siziliens Winzer kämpften ebenfalls mit dem widrigen Wetter und ernteten mit 6,9 Mill. hl weniger als erwartet.


Volle Körbe, volle Keller: Spanien meldet eine große Rotweinernte

ERNTE 2004: SPANIEN Atlantischer Einfluss
Die zunächst befürchteten Mengenverluste durch Mehltau bestätigten sich nicht.
Die Qualitäten in den Gebieten sind sehr unterschiedlich.
Die Erntekampagne 2004 in Spanien ist geprägt van einem uur gemäßigt warmen Vegetationszyklus und reichlich Niederschlägen, die in diesem Jahr nicht nur den Norden, sondern auch das Zentrum und den Süden betroffen haben.
Typisch für den Jahrgang sind sehr hohe Farbwerte, fast überall eine gute Säure und sehr saubere Frucht. Für die Spanier ist 2004 eine "atlantisch beeinflusste Ernte", d.h. kühles Klima, gute Niederschläge und große Mengen.
Nachdem erst die Gesamtresultate nach uinten korrigiert wurden, zeigt sich wieder einmal aufs neue, dass die Katastrophenmeldungen (falscher Mehltau) und die damit angeblich verbundenen Ernteverluste im Zentralgebiet (Castilla-La Mancha) übertrieben waren.
Mit 24 Mill. hl liefert die Region wieder fast die Hälfte der spanischen Gesamternte, die auf 49 Mill. hl geschätzt werden kann. Während in den zentralkastilischen Gebieten eine regelmäßige Reife und üppige Mengen gemeldet werden - allein die fünf D.D. Gebiete van Kastilien und León melden ein nie dagewesenes Gesamtresultat van rund 210 Mill. kg -.
Zeigt sich die Lesegutqualität in der gesamten Rioja unregelmäßig wie schon lange nicht mehr. Die Trauben waren zwar gesund, aufgrund der verzögerten Reife fiel jedoch an vielen Punkten der D.G.Ca. zum Teil nicht voll ausgereiftes Lesegut an. Dies hat zu einer extremen Preispolitik geführt. Die guten Qualitäten werden deutlich über dem Preis des vergangenen Jahres gehandelt; die mindere Ware dagegen sehr günstig.
Die Cántara Rotwein (16 Liter) bewegt sich in einem Spektrum van 14 € bis 22 €. In der gesamten Rioja werden rund 2,8-2,9 Mill. hl. erwartet, wobei das Gebiet als D.G.Ca.Ware etwa 2,6 Mill. hl. vermarktet. In Kastilien gibt es beeindruckende Farbwerte, eine perfekte Säure und insgesamt sehr gesundes Lesegut.
Ribera del Duero wird über 80 Mill. kg einfahren, in Rueda und Toro vergleicht man die Qualität schon mit dem sensationellen Jahrgang 2001.
Allein im Bierzo waren die Niederschläge zu viel des Guten. In Katalonien sind die Ernten sehr unterschiedlich ausgefallen. Während die Gebiete in Meeresnähe stark uinter Niederschlägen gelitten haben, gibt es sehr gute Qualitäten im Hochland von Tarragona (Priorato und Conca de Barberá).
In der Levante gibt es teilweise bis zu 40% mehr Menge als im Vorjahr. Die Farbwerte sind exzellent, das Lesegut sehr gesund. Var allem in Utiel-Requena wird es zu einem harten Preiskampf kommen, da die Fassweine des Gebietes stark uinter dem Konkurrenzdruck der Italiener stehen. Spanien wird insgesamt sehr gute Rotweine für günstige Preise anbieten müssen.

Eine Bilderbuchernte gab es nicht in allen Gebieten Portugals

ERNTEPROGNOSE PORTUGAL
Minho 995 - -20
Tras-os-Montes 1.803 - -7
Beiras 1.292 - +10
Ribatejo 944 - +5
Estremadura 1233 - +10
Terras do Sado 578 - -10
Alentejo 817 - 0
Algarve 29 - -6
Madeira 47 - -3
Aqores 12 - +22
QUELLE: ICEP PORTUGAL BERLIN

ERNTE 2004: PORTUGAL Leichtes Plus
Die Mengenprognosen für die einzelnen Anbaugebiete Portugals liegen teilweise von denen des vergangenen Jahres weit entfernt. Insgesamt gehen die Portugiesen van einer Erntemenge van 7,5 Mill. hl aus. Dies sind rund 4 % mehr als im vergangenen Herbst.
Jedoch sehen die Prognosen für die verschiedenen Anbaugebiete sehr unterschiedlich aus. Während in der größten portugiésischen Weinbauregion Trás-os-Montes mit einer Erntemenge gerechnet wird, die um 7 % uinter der Vorjahresmenge liegt, gehen andere Regionen wie Minho (+20 %) oder Beiras (+ 10 %) von deutlichen Zuwächsen aus.
Der portugiesische Frühling war in diesem Jahr mild und trocken. Während der Monate Juni und Juli war es in ganz Portugal trocken und warm, mit einem sehr heißen Juli-Ende. Der August brachte einen Wetterumschwung mit kühleren Temperaturen und Regen was zu Reifeverzögerungen führte. Während der Lesezeit im September und Oktober besserte sich das Wetter und die Reben holten den Entwicklungsrückstand wieder auf.
Generell gehen die Portugiesen von einem qualitativ guten Jahrgang aus, auch wenn es sehr darauf ankam, den richtigen Lesezeitpunkt abzupassen. Besonders die Rotweine zeigen durch die längere Reifeperiode höhere Säurewerte als gewohnt.

ERNTE 2004: ÖSTERREICH Wetterwendig
Ein kompliziertes Weinjahr neigt sich in Österreich dem Ende zu. Vor allem in Niederösterreich wurde sehr spät geerntet.
Die Erntemenge liegt in Österreich knapp 10% über dem langjährigen Schnitt. Qualitativ hat sich in den letzten Wochen vor der Ernte sehr viel getan. Sah es im September noch nach einem Weißweinjahrgang aus, hat sich das Blatt inzwischen etwas gewendet. Die ersten roten Primeurweine, etwa aus Mittelburgenland, zeigen tolle Farb- und Tanninqualität.
Die Alkoholgrade liegen im mittleren Bereich, was durchaus als positiv zu bewerten ist.
So ist man im Burgenland mit der Ernte sehr zufrieden. Nur wer spekulierte und zu lange mit der Ernte wartete, hatte mit Fäulnisproblemen zu kämpfen. Die Reife der Trauben lag durchschnittlich bei 90 bis 93 grad. Der Jahrgang verspricht elegante und strukturierte Rotweine.
Den Weißweinerzeugern in der Steiermark und Niederösterreich bereitete die Ernte ungleich mehr Probleme. Bis Anfang Oktober waren die Säurewerte für österreichische Verhältnisse ungewöhnlich hoch, sodass nach der Lese der leichteren Weine fast überall eine Pause eintrat. Die Steirer haben dann in der zweiten Oktoberhälfte die Hauptlese durchgezogen.
Wer bis in den November gewartet hatte, wurde in der Steiermark nicht belohnt, da die Reife stehen blieb und die Fäulnis zunahm. Die Rede ist van einem "klassisch steirischen" Jahrgang, soll heißen viel Aroma, knackige Säure, moderate Alkoholwerte. Insgesamt ein eher leichter Jahrgang.
In Niederösterreich ließ die Reife noch etwas länger auf sich warten. Anfang November hingen vor allem in der Wachau, aber auch im Kremstal, Kamptal, im Donauland und im Weinviertel noch sehr viele Trauben an den Stöcken, vor allem in den Top-Lagen. Die, bedingt durch den starken Nebel und die milden Temperaturen Anfang November, nun vermehrt auftretende Fäulnis forderte eine äußerst selektive Lese.
Die etwas wärmere Thermenregion hatte es mit ihren Burgundersorten etwas leichter. Alles in allem ist der Jahrgang 2004 bei den WeiBweinen ein äußerst heterogener Jahrgang, mit erfreulich aromatischen, fruchtigen "Basisweinen", die großen Trinkspaß versprechen. Im Spitzenbereich wird jedoch die Luft dünner, nimmt die Streuung zu. Doch es wird ohne Frage eine Reihe ganz herausragender, feinfruchtiger und pikanter Weißweine geben.

Weniger Arbeit für die Erntehelfer gab es 2004 in Kalifornien


ERNTE 2004: USA Miniernte
Das Landwirtschaftsministerium korrigierte seine Schätzung für 2004 noch einmal nach uinten. Damit haben die Kalifornier die kleinste Ernte seit jahren eingefahren.
Laut aktuellem Erntereport liegen die gelesenen Mengen bei 2,7 Mill. Tonnen. Im August ging man noch van 2,9 Mill. Tonnen Weintrauben aus. lm Vergleich zum Vorjahr sind das 7% weniger. Das sind gute Nachrichten, litt Kalifornien in den vergangenen Jahren doch unter Überproduktion. In allen Weinbaugebieten wird von guten Qualitäten berichtet.
Ende September waren bereits fast alle Weinberge gelesen. Viele Sorten wurden gleichzeitig reif, sodass es in den Kellereien zu Kapazitätsproblemen kam.
Ein Hitzeschub in der ersten Septemberhälfte fuhrte bei einigen Weinsorten zur *Dehydrierung und infolgedessen zu Mengen weit unter der Norm. Laut Glen Procter, Wein- und Traubenbroker bei Ciatti, fielen in einzelnen Fällen Sauvignon Blanc Mengen zwischen 40 bis 50% und die Chardonnay-Mengen 30 bis 40% kleiner als normal aus. Mark Neal, der Weinberge im Napa County bewirtschaftet, berichtet, dass seine Erträge 30 bis 50% uinter Durchschnitt liegen.
Ein weiterer Faktor, der zu geringeren Lesemengen geführt hat, sind rückläufige Rebflächen. Allein im vergangenen Jahr wurden 5% der Gesamtanbaufläche Kaliforniens stillgelegt. Allerdings herrscht an den Küstengebieten durch massive Neupflanzungen, vor allem bei Cabernet Sauvignon und Chardonnay, Überangebot.
Zu Erntebeginn hatten die Weinvorräte ihren niedrigsten Stand seit vier Jahren erreicht. Infolgedessen ziehen die Preise wieder leicht an. Laut Weinbroker Bill Turrentine sind die Preise generell höher als im vergangenen Jahr, in manchen Fällen aber noch immer unter den Bewirtschaftungskosten der Flächen. Er berichtet van verstärkter Nachfrage nach Chardonnay aus dem Sonoma County, Sauvignon Blanc und Pinot Grigio aus dem Napa Valley sowie nach trockenen Rot- und WeiBweinen aus dem Central Valley.
In Washington, dem nördlichsten US-Anbaugebiet an der Westküste, geht man davon aus, dass rund 110.000 Tonnen gelesen wurden. Das sind 3% weniger als 2003. Starke Winterschäden in den Weinbergen wurden durch Erträge van neuen Anbauflächen ausgeglichen.
Aus dem Anbaugebiet New York lagen noch keine endgültigen Zahlen vor. Man geht jedoch van normalen Lesemengen aus. Nur in der Finger-Lake-Region befurchtet man aufgrund einer Kältewelle im Januar und niedriger Sommertemperaturen Ertragsrückgänge van 30 bis 60%.
Für die Winzer in Oregon war es eines der schwierigsten Jahre. Sie hatten im September mit kühlem und nassem Wetter zu kämpfen. Die Mengen sind niedrig, aber van sehr guter Qualität. * Dehydrierung (Uitddroging) Abspaltung von Wasserstoff, genauer von zwei Elektronen und zwei Protonen, aus einer organischen Verbindung.
Im Organismus gehören Dehydrierungen zu den wichtigsten Reaktionen des Energiestoffwechsels; als Katalysatoren wirken dabei Dehydrogenasen und als Wasserstoff-Akzeptoren die Coenzyme vom Typ des NAD.
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